Freitag, 19. Juli 2013

Der ALG2 Ratgeber/Comic - Wirklich so schlimm? Meine unfassbare Meinung!

Das Jobcenter in Pinneberg hat einen Ratgeber herausgebracht, der sehr viel Kritik einstecken musste.
Ich habe mir diesen Ratgeber-"Comic" genauer angesehen und werden mich hiermit wohl sehr weit aus dem Fenster lehnen...

Wer sich diesen auch einmal angucken will, kann ihn sich Hier beim WDR downloaden.



Ich hatte noch nie viel mit Hartz4 oder Arbeitslosengeld zu tun. Bin jedoch Studentin und habe auch nur wenig Geld zur Verfügung.

Was viele vergessen zu erwähnen: Der Ratgeber ist ganze 112 Seiten dick und besteht nicht nur aus einem abwertigen Comic.

Die dargestellten Figuren sind meiner Meinung nach ganz normale Menschen, keine abwertigen "RTL-Gesichter".
Im Laufe des Ratgebers sind alle paar Seiten ein Bild mit einer Alltagsgeschichte und somit einem versteckten Tipp wie man sparen kann oder mit den vielen Regeln (z.B. Nebenverdienst, Babysittergeld der Tochter, Ebay-Verkäufe) überhaupt klarkommt. Also was erlaubt und was verboten ist.

Neben diesen oft bemängelten Tipps gibt es größtenteils sehr gute Hilfestellungen mit den Anträgen, wie man eine Bewerbung schreibt mit Beispielen/Vorschläge.

Und auch die Tipps sind durchaus positive, oft gehörte Tipps (die man eigentlich beherzigen könnte).

Was ist denn so schlimm nicht so oft Fleisch zu essen? Erstens ist dies viel gesünder und zweitens kaufen wir auch fast gar kein Fleisch, weil es einfach zu teuer ist! Früher hat man schließlich auch selten Fleisch gegessen. Dann ist es doch wenigstens etwas besonderes und schmeckt gleich viel besser.

Anstatt für 3 Euro Fleisch, wovon man 2 Packungen für eine 4-köpfige Familie braucht (und das täglich!) könnte man mehrere Gurken, Salate, Bohnen, Mais, Avocados, Käse (für einen leckeren Salat) oder Nudeln für 40 Cent und passierte Tomaten für 40 Cent kaufen und leckere Spaghetti machen, die auch Kinder schmecken.
Wenn mans christlich sehen will, dann kann man ja auch wie früher einfach mittwochs und freitags auf Fleisch verzichten.

Der Tipp mit dem Möbelverkaufen klingt im ersten Moment auch sinnvoll, da die Sprache ist von Möbeln, die eh auf dem Dach vergammeln und mal ehrlich... haben wir nicht alle viel zu viel Kruscht, dem man auf dem Flohmarkt verkaufen könnte? Wenn man in einer finanziellen Notlage ist, dann tut einem jedes Geld gut und ich hab zum Beispiel nicht gewusst, dass man das Geld von Möbeln und Flohmarkt wirklich für sich dann behalten darf.


Auch der Tipp mit Second-Hand Sachen, wurde von vielen zerrissen und als "asozial" beschimpft.... ich frage mich: Warum?
Ist dies so schlimm? Wieso sollte Second-Hand so schlimm sein? Ich kaufe gerne Second-Hand und finde daran nichts verwerfliches. In unserer Wegwerf-Gesellschaft ist dies sogar für unsere Umwelt gar nicht so schlecht. Sogar Designer-Sachen gibt es inzwischen für Spottpreise zu kaufen. Da muss man nicht unbedingt in ein "Assi"-Second-Hand gehen.

Der Tipp mit Duschen und nicht Baden ist jetzt auch nicht so verwerflich... manchen muss man das eben tausendmal sagen.... in den USA macht man es ja schließlich auch.

Und verdammt nochmal! Wenn man kein Geld hat, muss man sich eben die "No-Name" Produkte kaufen! Das ist doch nichts schlimmes in Deutschland. Ist es manchen Leuten peinlich? Mir ist es das nicht. Ob ich jetzt für meine Nudeln 40 Cent oder 1,40 zahle... ist doch schließlich nur Wasser und Mehl! Und auch bei Waschmitteln kann mir keiner sagen, dass die billigen wirklich so viel schlechter sein sollen.

Auf den letzen Seiten sind dann auch noch Anlaufstellen für verschiedene Probleme verzeichnet. Z.B. für Suchprobleme und Selbsthilfegruppen.
Ich bin ehrlich. Es ist doch normal, wenn man in ein Loch fällt und alles zusammenbricht, wenn man gekündigt wird oder eben in der Lage sitzt. Und ich denke es gibt eben viele, die dann mit Süchten zu kämpfen haben. Es ist doch nichts dabei, dann diese Hilfen aufzuzeigen... ich finde gut, dass man somit den Menschen zeigt, dass es überhaupt etwas gibt wohin sie sich wenden können.


Es ist eben so, dass dieser Ratgeber eher für Leute ist, die plötzlich in diese Arbeitslosigkeit fallen. Also eher für Menschen, denen es gut gegangen ist. Also eher die "reicheren" und nun eben ihr Leben komplett umstellen müssen. Für diese sind diese Tipps durchaus wichtig, denn wer von den "reichen" beschäftigt sich schon mit den "No-Name"-Produkten oder eine Bewerbung zu schreiben?

Und auch die vielen wichtige Fragen, die ich am Anfang hätte sind gut verständlich geklärt worden.
Es ist meiner Meinung nach definitv nichts verwerfliches an diesem Ratgeber. Ich finde ihn durchaus lesenswert und verständlich. Auch wenn ich nicht in dieser Lage bin, wie viele andere Menschen.... aber wieso muss man denn immer nur böses sehen. Es werden doch in diesem Ratgeber keine Menschen schlecht gemacht!

Wenn dort wirklich von einer dummen "RTL"-Mitten Im Leben Familie, die Rede wäre und wirklich nur so ultra-dumme Haushaltstipps wären, die man in Deutschland ja mittlerweile in der Schule lernt, dann wäre ich absolut der Meinung gewesen! Und so klingt es auch in den Medien. Vermutlich haben sich die meisten den Ratgeber nicht angeguckt. Denn die dortigen Tipps sind weitreichender von der Bewerbung, bis hin zu den Formularen, die man auszufüllen hat.






Hoffentlich werde ich nicht zerfleischt und geshitstormt ;)
Ich meine es doch nicht böse! Kann man nachvollziehen was ich meine?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen