Mittwoch, 3. September 2014

Erlebnis des Tages: Oh, oh... Ein Hund! Ihr seid ja kriminell!

Heute sind wir mit Amber spazieren gegangen. Sie hat zur Zeit ein sehr hohes Energieniveau... sie ist sehr scharf rumzurennen. Also lassen wir sie bei uns auf einer Wiese immer frei und jagen sie ein bisschen und werfen Stöckchen und so. Natürlich nur wenn keine Leute da sind.

Gut, es sei gesagt, dass man in Würzburg seine Hunde unter 50cm freilaufen lassen darf (außer auf öffentlichen Parkanlagen). Auf Hundefreilaufflächen dürfen sogar alle Hunde freigelassen werden.

Hier bei uns ist es üblich, dass fast alle Hundehalter ihre Hunde freilaufen lassen und das wissen auch die meisten Leute hier. Außer die Mini-Chihuahuas... weil die flippen fast immer aus bei allen anderen Lebewesen.

Und die meisten Hunde verstehen sich ganz gut und die, die sich scheinbar nicht verstehen gehören nur zu den Leuten, die ihre Hunde nicht zu den anderen lassen... weshalb auch immer.

Ein älterer Herr mit einem Schoßhund der gefühlte 100 Kilo Übergewicht hat wollte schonmal gerne mit Amber spielen, aber der Herr hat zu seinem Hund gesagt: "Komm, mit denen geben WIR uns nicht ab!".. boah, das war ja fast eine Beleidigung ins Gesicht!

Naja... jetzt zum ursprünglichen Thema. Heute...

Nachdem wir sie gejagt haben gehen wir immer noch eine Weile spazieren. Meist ist sie dann so langsam schon ruhiger und läuft mit uns mit. Aber sie ist 10 Monate alt und testet uns manchmal ganz schön aus. Vor allem bei den Chow-Chows ist es auch schonmal schwieriger....

Wenn ich in eine Hundegruppe reinrufe kommen manchmal alle Hunde zu mir, außer meine Amber :D Die wundert sich dann wo alle Hunde sind und kommt dann auch ganz schnell.

Also, auf den Rückweg des Spazierganges kommen manchmal Hunde.. da wird sie angeleint, weil sie sonst abhaut zu denen. Bei Fahrradfahrern auch, weil die nehmen keine Rücksicht auf Hunde.

Bei Spaziergängern nicht immer. Bei kleinen Kindern, ja. Bei Kinderwagen, auch. Weil ich auch nicht will, dass ein Hund frei läuft wenn ich mit meinem Baby rumlaufe.

Uns ist ein älteres Ehepaar mit Nordic Walkingstöcken entgegen gekommen. Hat Amber nicht interessiert. Sie schnuppert und hat heute Gras gefressen... ein wenig später kommt ein einzelner etwas älterer Mann auch mit Nordic Walking Stöcken. Amber war ca. 20 Meter weg, weil dort leckeres Gras ist.

Doch dann blieb der Mann auch ca. 20 Meter von ihr weg stehen und fängt an rumzustöhnen/schreien "Ohh. ohh". Dann hat er mit seinen Stöcken rumgefuchtelt.. Ich hab mich erstmal gefragt was mit dem los ist.. kriegt der einen Infarkt oder was. Er brüllt weiter rum. Alex hat mir später gesagt er hat gesagt "Legen sie ihn in Ketten".

Ich rufe Amber, aber der Mann brüllt weiter... findet Amber natürlich spannend, weil er ruft sie ja.. der war lauter als ich.. Dann läuft er rückwärts weg. Zieht einen Hund natürlich mehr an.

Ich geh auf Amber zu und er fängt an uns als Schwerkriminelle abzustempeln. "Das ist doch verboten!" Er geht jetzt schneller nach vorne und Amber läuft ihn freudig hinterher, weil er brüllt ja weiter und stöhnt "Oh oh". Erst jetzt hab ich richtig kapiert, dass er wohl Angst hat vor Hunden.

"Bleiben sie doch stehen, gehen sie doch mit den Stöcken auf sie zu, die haut dann schon ab". Nein, macht er nicht, er beleidigt uns weiter.

Also dann war es mir auch zu viel. Ich hab ihm erklärt, dass dieser Hund unter 50cm groß ist und somit auch hier so viel freilaufen kann wie er will. Und sie macht ihm ja nichts. Nur er ruft sie ja schlichtweg und sie kommt dann auch. Als ich sie dann an der Leine hatte und der Mann weiter wahllose Beleidigungen in die Luft geworfen hat wie verantwortungslos wir sind und wie schwer er ja attackiert wird. Ist er sofort weggerannt so schnell er konnte mit seinen Stöckchen (er wurde ja hier auch schonmal attackiert trotz den Stöcken... Gegenfrage: Warum läuft er dann unbedingt dort spazieren, wo alle Hunde der Stadt sind und nur 100 Meter weiter ein Freilaufplatz ist für alle Hunde jeder Größe ist??). An Jagdtrieb hat er wohl nicht gedacht... Ein ängstlicher Mensch, der vor einem Hund wegläuft... Wenn der kleine Chowi ein Terrier oder Dackel oder ein Retriever gewesen wäre? Da hätte er aber nicht lange wegrennen können.

Um es nochmal zu sagen... Amber ist lieb. Amber ist ein Chow-Chow. Sie hört manchmal beim ersten Mal. Manchmal auch erst beim dritten Mal. Sie hält Abstand vor anderen Leuten, mindestens 1 Meter. Und wenn sie jemand streicheln will oder auf sie zu geht schreckt sie sofort zurück. Sie lässt sich nur von uns anfassen und von anderen Hunden.

Und bitte. Ich verstehe vollkommen die Angst vor Hunden. Auch ich wurde schonmal schwer gebissen. Aber wenn man so eine Angst hat davor, dann informiert man sich. Also ich habe mich informiert, was ich tun kann bei fremden Hunden. Die Hunde riechen Angst, das wirkt anziehend. Manche Hunde fordert das heraus!

Es gibt so viele schnell durchgelesene Tipps im Internet und manchmal hilft es auch nur eine Folge "Cesar Milan" anzusehen. Ruhig stehen bleiben, Hund ignorieren, und versuchen eine ruhige und bestimmte Energie aufzuweisen. Das hat bei mir immer(!) bis jetzt gewirkt. Jeder Hund der auf mich zugekommen ist, weil ich die leckerste Wurst in meinen Händen und Taschen habe hat nach paar Sekunden abgelassen bei mir zu sein, wenn man den Hund ignoriert und eine ruhige, bestimmte Energie zeigt!


Informiert euch und übt das mit einem Hund, der euch schon vertraut ist!

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