Dienstag, 10. Mai 2016

Ja, ich bin schwanger!



Und das inzwischen auch schon eine ganze Weile! Ich bin jetzt in der 29. Schwangerschaftswoche. 40 sind es insgesamt, also nicht mehr ganz 3 Monate mehr.

Die letzten Monate waren sehr anstrengend, da ich gefühlt fast alles bekommen habe, was man bekommen kann.
Also ich habe immer gelesen und gehört wie toll und schön die Schwangerschaftszeit nur sein kann. Ich kann das nicht bestätigen. Außer an den Tagen wo es mir super geht, da greift dann die Schwangerschaftsdemenz ein und lässt einen all die Probleme vergessen...  bis sie dann am nächsten Tag wieder kommen. Dann erinnert man sich urplötzlich an alles und zwar ganz genau.

Kurz darauf als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin war ich nur müde und mir tat alles einfach nur weh. Schlecht war mir auch, aber Gott sei Dank musste ich mich nicht oft übergeben. Wobei einem manchmal das irgendwie Erleichterung bringen kann. Bei mir waren eher die ekligen und stinkenden Gerüche ein Problem. Wir waren in einem Buchgeschäft und ich suchte nach einem Tagebuch als es plötzlich über mich kam und ich fast auf den Boden gereihert hätte. Einfach ein "urgh" Gefühl, kennt ihr das? Irgendwo hatte sich ein... sagen wir mal nett ausgedrückt, ungepflegter Mensch mit einem Buch hingesetzt und ich konnte den Geruch nicht ertragen und musste flüchten. Manchen passiert das ja anscheinend mit Fleischgeruch, bei mir nur bei ungewaschenen Menschen, ungeputzten Toiletten, schimmelnden Lebensmittel und ungewaschenen Töpfen.

Mein Mann meint natürlich, das liegt daran, dass ich nicht abwaschen will, aber ganz ehrlich... ich kann ja nichts dafür! Unsere Plastikschüsseln mussten alle dran glauben und in die Tonne. Die haben einfach nur so eklig gestunken. Plastik nimmt ja nach einer gewissen Zeit den Geruch von den Lebensmitteln an. Und für mich stinken sie einfach nur. Bei der Vorstellung allein musste ich mich fast übergeben!

Kaum hat man sich aber damit abgefunden folgen die ganzen Regeln und vor allem Verbote. Alles ist verboten. Koffein in Maßen, keine rohen Sachen, also kein Sushi, kein Medium-Steak, keine Salami, kein Vitamin A sondern nur Beta-Carotin. Und da sind noch nicht mal die wirklich schlimmen Dinge aufgezählt wie Alkohol, Zigaretten, Drogen/Medizin. Klar, die Menge machts, aber man bekommt ja doch selbst ein ganz schlechtes Gewissen.
Sogar Fertigsalate soll man nicht essen. Gurke? Nur super gut gewaschen. Man KÖNNTE sich ja was einfangen und dann stirbt das Kind innerlich und man merkt es selber nicht. Schöne Vorstellungen.

Scheiße wird es aber erst wenn man so eine richtig schöne Erkältung bekommt und auf der Suche ist nach "Medizin" oder etwas das hilft. Schmerztabletten sollte man nur nehmen wenn man fast am Sterben ist, Erkältungssalben, wie z.B. von Wick enthalten alle Campher und sind deswegen auch weg. Und es bleiben einem Globulis. Das ist so richtig schön beschissen.

Aber es gibt nichts Schöneres wenn der Arzt dich auf den Stuhl bittet und dir neben der jährlichen Krebsvorsorge auch noch ein Häufchen Zellen zeigen kann. Eine Fruchthöhle, Dottersack und ein Embryo. Da noch kein Herz zu sehen war (ich war da in der 5.-6. Woche), durfte ich nochmal 2 Wochen später kommen um dann tatsächlich ein kleines Herzchen zu sehen. Und da mein Arzt ja so erfahren ist (er ist nach dem Termin sogleich in Rente gegangen) hat er mir gesagt, sobald das Herz schlägt ist nach seiner Meinung die Chance bei 95%, dass dieses kleine Ding da bleibt wo es ist.

Man geht dann mit Glücksgefühlen raus, bekommt ein Bildchen und wartet, dass man irgendwann endlich was spürt.

Leider kamen dann auch unendliche Schmerzen dazu. Ich konnte die ersten Monate kaum laufen, bei jedem Schritt kamen mir die Tränen. Es war so schlimm, dass ich mit dem Schlimmsten gerechnet habe. Diese Gefühl ist eines der schlimmsten Gefühle, die man sich vorstellen kann. Man ist vollgepumpt mit Hormonen, Bindungshormonen, die einen diesen kleinen pumpenden Zellhaufen unendlich lieben lassen. Nach mehreren Arztterminen, inzwischen bei einer neuen Ärztin ist es dann doch eine extrem schmerzhafte und vor allem frühe Symphysenlockerung mit der ich mich wohl oder übel durch die ganze Schwangerschaft prügeln muss.
Diese ist aber inzwischen besser geworden, ich kann tagsüber laufen, und man arrangiert sich damit. Man hat ständig Schmerzen (vor allem nachts). Aber man weiß, dass es dem Kind nicht schadet. Und das ist wichtig. Damit geht es einem auch besser.
Aus dem kleinen Zellhaufen ist nun auch schon ein richtiges Kind geworden, das theoretisch auch schon überlebensfähig ist. Und das ist ein wunderbares Gefühl.




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