Dienstag, 1. November 2016

Babyupdate: Der erste Lebensmonat



Hallo liebe Leute, 

ich hoffe Euch geht es gut. Heute möchte ich euch etwas über die erste Zeit mit dem Baby erzählen.
Wird ja auch mal Zeit!

Zuerst muss ich Euch aber sagen, dass jedes Kind auf dieser Welt individuell ist. Damit meine ich auch die Entwicklung. Manche sind schneller, manche langsamer. Bei den Mamis gibt es oft einen "Wettbewerb" ("Mein Kind kann schon.... deins nicht??").
Das sollte nicht sein. Lasst die Kinder, Kinder sein.

Gut, dann starten wir:


Im Krankenhaus kurz nach der Geburt konnte der Kleine bereit seinen Kopf heben, was mich echt ultra erstaunt hat. Auch an sich war er sehr stabil, also nicht wie man sich so ein klitzekleines Baby vorstellt. Man hat schon gemerkt, dass er weit über Termin war. Er hatte keine Käseschmiere und die Haut war auch total schrumpelig, er hatte sogenannte Waschfrauenhände. Außerdem hatte er auch schon ganz lange Finger. Bei Hunden sagt man ja, dass große Pfoten darauf hinweisen, dass der Hund auch groß wird. Mal sehen wie es bei ihm ist.

Die Haut von ihm hat sich dann auch im Verlauf des ersten Monats total geschält. Besonders am Bauch und am Gesicht sah das teilweise erschreckend aus. Aber diese Haut sollte man nicht eincremen, das ist kontraproduktiv.
Außerdem hat er leider im Verlauf des ersten Monats Neugeborenenakne bekommen, so ein schönes pickeliges Gesicht wie ein Teenager. Mit jedem Tag wurde es mehr, bis er vor allem an den Bäckchen und der Stirn viele Pickel hatte. Dagegen soll man nichts tun, es soll Eltern geben, die ihren Kindern deswegen Antibiotika geben, damit ihr Baby süß aussieht. Das ist vollkommener Quatsch! Aber manche Menschen sind halt so...

Die Nabelschnur ist auch im Verlauf der ersten Woche abgefallen, hat aber am Anfang geblutet. Er hatte schon super lange Wimpern und schöne Augenbrauen, die haben sich aber erst im Verlauf pigmentiert.

Gelächelt hat er auch schon nach dem ersten Tag. Aber so wirklich ein bewusstes, sogenanntes soziale Lächeln, also wo ich mir sicher war, dass er mich meint hat er mit 4 Wochen gemacht. Meine Hebamme meinte, dass wir damit viel Glück haben. Viele Babys lächeln erst später, also ist das nicht schlimm, wenns länger dauert.

Man kann nicht alles haben, der kleine Mann hat sehr, sehr viel geschrien. Meist für uns ohne Grund. Also das schreien hörte nicht auf. Spätestens ab 17 Uhr hat er bis spät in die Nacht geschrien. Man konnte ihn nicht beruhigen. Er ließ sich nur beruhigen, wenn man draußen mit dem Kinderwagen unterwegs war. Ansonsten brauchte er viel Körpernähe.
Das ist psychisch extrem schwer. Man möchte ja seinem Baby helfen, weiß aber nicht wie. Es wird alles versucht.

Wir haben zwei Ursachen gefunden. Die erste ist relativ simpel. Koliken. Sprich, er hatte Bauchschmerzen, Blähungen, teilweise einen total aufgeblähten Bauch. Er hat auch so starke Winde abgelassen, wie ein erwachsener Mann. Richtig krass. Ich hab nie gewusst, dass Babys sowas können. Vom Arzt hat er dagegen Lefax bekommen und Globulis. Hat leider nicht geholfen.
Die zweite Ursache war vermutlich die Geburt. Sie war furchtbar anstrengend für uns beide, wir hatten beide keinen leichten Start. Dazu dann, dass er alleine nicht rauswollte, die ganzen Reize. Das kann Babys überfordern.

Als ich dann für mich beschlossen habe: "Gut, das Baby weint, ich kann nichts dagegen tun. Ich muss mich selber beruhigen, das Kind einfach halten und da sein.", also annehmen, dass ich nichts dagegen tun kann. Dass ihm nichts lebenswichtiges fehlt, hat es dann unglaublich viel geholfen. Dadurch dass ich ruhiger wurde, wurde er auch ruhiger. Und man kommt dann auch besser mit der Situation klar, wenn man sich selber einredet, dass dem Baby nichts passieren wird, wenn er so viel schreit.

An sich hat er zu diesem Zeitpunkt auch fast nie geschlafen. Nachts von 22-6 Uhr, mit einmal füttern gegen 3 Uhr. Und wenn man spazieren war im Kinderwagen. Sonst keine Chance...
Er schreit heute auch noch, aber deutlich weniger als zuvor. Im 2. Monat hat es dann auch einmal komplett aufgehört.

So, und nun zum Stillen:
Das Anlegen im Krankenhaus hat überhaupt nicht geklappt. Er hat ständig die Brust angeschrien und sich geweigert. Er wollte auch kein Stillhüttchen nehmen, nichts. Also musste ich am Anfang die Milch abpumpen, weil ich keine Ersatzmilch wollte. Er hat dennoch noch zusätzlich Primergen gekriegt, obwohl ich echt viel abgepumpt habe.  Einmal hat er an der Brust getrunken im Krankenhaus. Da gingen meine Hormone komplett durch mit mir. Die Milchproduktion hat sich gefühlt vertausendfacht. Zuhause mit der Hebamme haben wir es geschafft, das er am Stillhüttchen trinken konnte. Sie hat mir Stillpositionen gezeigt und wie man den Saugreflex ausnutzen kann vom Baby. Es hat sooo viel geholfen. Und auch die Ruhe zuhause. Wir haben die Milchpumpe nicht mehr gebraucht. Am Anfang war das Stillen echt ermüdend, also wirklich, dass mir teilweise schwindelig wurde und echt meine Kraft mir entzogen wurde. Er wollte auch echt alle 1-2 Stunden, für 45 min an die Brust.

Das hat sich aber alles geregelt. Es ist zu etwas sehr selbstverständlichen geworden und ist echt so eine schöne Sache. Man hat das Gefühl, man gibt dem Kind wirklich etwas. Dazu noch die Nähe und Geborgenheit, das geht mit der Flasche kein bisschen. Und ich weiß das für mich, weil ich ihm ja die Flasche im Krankenhaus geben musste.

Auch in der Öffentlichkeit habe ich gestillt. Gar nicht so einfach. Es gibt viele Frauen, die sich schämen sich "auszupacken" vor fremden Leuten. Mir macht es nichts aus. Ich hab nur immer ein bisschen bange, dass andere Leute mich beschimpfen könnten, weil sie das Stillen "eklig" finden. Oh ja, das gibt es tatsächlich!

Aber ganz ehrlich? Ich bin noch jung, keine 40... da glotzen die Leute eher.

Wo habe ich noch gestillt... 
In Wickelräumen, die meist eher eklig sind, draußen auf der Bank, sehr angenehm. Und einmal im Restaurant, aber versteckt in einer Nische. Alles möglich!


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