Donnerstag, 10. November 2016

Babyupdate: der zweite Lebensmonat (Wir müssen ins Krankenhaus!)



 Liebe Leute,

weiter geht es mit dem zweiten Lebensmonat. Und hier gibt es eher ein zentrales Thema, nicht ganz so schön... es geht um die Gesundheit. Ich wünsche jeder Mutter dieser Welt ein gesundes Kind, wirklich. So, fangen wir an:

Beim Anziehen habe ich an der Wade einen ganz kleinen rötlichen Punkt entdeckt, ganz unscheinbar. Ich hab mir nichts dabei gedacht, war ja schließlich ein Punkt, also vielleicht ein Mückenstich. Ich habe mir gesagt, dass ich das beobachte. Am nächsten Tag, mein Mann war arbeiten, habe ich beim Socken ausziehen zum Windelnwechseln plötzlich an der ganzen Ferse diese Punkte gesehen.

Damit ihr wisst was ich meine, ein Bild. Leider sieht man das auf Bildern immer nicht ganz so gut. In echt sah es krasser aus.:




Ich habe daraufhin ihn komplett ausgezogen und untersucht. Und tatsächlich habe ich auch in der Kniekehle so wie ein Bluterguss entdeckt. Oh man dachte ich mir... ich bin medizinisch ja sehr interessiert, wäre ich schlauer hätte ich Medizin studiert und durch die ganzen Arztserien die ich in- und auswendig kenne hatte ich schon einen nicht so guten Verdacht im Kopf... gut, es war Mittwoch. Die Ärzte haben da nur vormittags offen. Ok, beobachten wir das mal... muss ja nichts schlimmes sein. Vielleicht hat er was zu enges angehabt (als ob, liebe Jess).


Habs meinen Mann geschrieben, der meinte, da ist bestimmt nix. Auch meine Hebamme meinte weiter beobachten.
Er schläft tagsüber ja nicht, eigentlich unnormal für Babys. Seit dem vorigen Tag hat er aber tagsüber geschlafen, und auch an diesem Tag war er nur noch am schlafen. Trinken wollte er nicht mehr so oft, bzw. ist immer schnell eingeschlafen. Ansonsten war er aber sehr fit, hat gelacht und sah nicht aus als hätte er irgenwelche Schmerzen. Fieber hatte er nicht.

Wäre nicht Mittwoch Nachmittag gewesen, wäre ich mit ihm sofort zum Arzt gegangen. Mein Mann kam dann abends und wir überlegten kräftig. Der Kleine wollte nur weiterschlafen, und da war für mich echt Ende. Mein Mann und ich wollten gewissheit für die Nacht. Meine Verdachtsdiagnose war Meningitis. Diese Punkte waren Petechien und gemeinsam konnten wir uns vergewissern, dass diese nicht wegdrückbar waren. 

Da wir keine "Unmenschen" sind, die die Notaufnahme belagern haben wir uns erstmal an den ärztlichen Bereitschaftsdienst für Kinder gewendet. Dafür ist er ja da. Da hat meist ein Arzt mit seiner Praxis Bereitschaft. Da kann man anrufen und mit einem Arzt reden und der kann dann einschätzen ob man ein Notfall ist oder eher nicht. 

Mein Mann hat der Ärztin das erklärt und sie meinte, wenn es ihr Kind ist, dann sollen wir umgehend in die Notaufnahme der Uniklinik. Sie hat nicht die Möglichkeiten, wenn es was ernstes ist, das auszuschließen.

Ok... krass.... also Kind eingepackt, und losgedüst zur Klinik. Die Notaufnahme ist eher unspektakulär. Wir waren die einzigen Patienten. Die Ärzte gaben uns auch recht, es wurde Blut abgenommen, Urin, der Oberarzt gerufen. Und alle nuschelten nur ebenfalls von der Verdachtsdiagnose Meningitis.

Wir mussten auf die Werte warten, in der Zwischenzeit kam noch ein anderer Notfall.
Der Arzt kam dann zu uns und sagt, das die Blutwerte sehr schlecht sind und wir leider im Krankenhaus bleiben müssen, es muss vermutlich eine Lumbalpunktion gemacht werden.

Für mich brach eine Welt zusammen, weil ich eben diese furchtbar schlechte Erfahrung gemacht habe mit dem Krankenhaus zu meiner Geburt. Ich durfte mit ihm im Krankenhaus bleiben. Es stellte sich heraus, dass er noch sehr schlechte Urinwerte hatte. In der Nacht wurde noch die Blase punktiert. Er hat vermutlich eine starke Blasenentzündung. Er bekam sofort schonmal zwei Breitband Antibiotika und Flüssigkeit venös.

Am nächsten Tag staunten die Ärzte der Visite wie ich diese Petechien finden konnte und jeder durfte mal rumdrücken, die Fontanelle fühlen und mich ausfragen.  Alle wunderten sich wie ich das bemerken konnte trotz gutem Allgemeinzustand und kein Fieber des Kindes. Seine Temperatur war normal. Die Ärzte stellten dann noch leider Herzgeräusche fest. Meine Güte...

Wir wurden dann komplett durchgecheckt. EKG, Herz-Echo, Ultraschall von Kopf, Bauchraum, Blase, Nieren..
Es stellte sich bei all dem heraus, dass er ein Loch im Herzen hat und ein Sehenenfaden, der mitschwingt. Das sind alles keine schwerwiegende Herzfehler. Also zu vernachlässigen.
Leider waren aber seine Nieren schon angeschlafen, bzw die Harnleiter auf dem Ultraschall darstellbar, sprich, er hatte eine Nierenbeckenentzündung.

Die Ärzte wollten dann dennoch eine Lumbalpunktion, die musste 3 mal durchgeführt werden, weil sie nicht getroffen haben. Die Ergebnisse waren aber in Ordnung. Er hat keine Meningitis.

Puh...
Leider hat er Durchfall gehabt, so dass wir in Quarantäne waren. Die Ergebnisse kamen erst am vorletzen Tag. ich war sozusagen mit ihm im Zimmer gefangen. 

Alle waren echt super nett, und es war sowas von kein Vergleich mit der Frauenklinik. Sie kamen alle gut gelaunt wenn man klingelte, sie ermutigten auch zum Klingeln jederzeit. Sie waren auch nicht genervt, wenn ich sie erinnerte, dass sie die Infusion wechseln sollten. Es war wirklich sehr angenehm in der Kinderklinik.

In dieser Woche hat er sich auch zum ersten Mal vom Bauch auf den Rücken gedreht, da war ich dann besonders stolz. Das machen die Kinder erst viel später.

Also, ihm ging es auch zu jeder Zeit gut dort. Nach einer Woche wurden wir entlassen. Das war echt eine Umstellung zuhause wieder ohne Monitorüberwachung. Wie früher beim CTG das Piepen zu hören.

Um auszuschließen was er hat wurde uns ein Termin zur MCU gemacht, aber erst 1,5 Monate später. in der Zeit mussten wir ihn dann jeden Tag Antibiotika geben.... auch nicht ideal. Aber an sich war ich nur überglücklich den gesunden Zwerg wieder zuhause zu haben.

Ja... so war unser zweiter Lebensmonat :)


UPDATE:

Inzwischen habe ich dazu auch ein Video gedreht. Hier könnt ihr es euch anschauen:


 

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